Flughafen BER: Unsere Vorstellung von Kunst im öffentlichen Raum

Die Idee, den hochfrequentierten Transitraum BER zu einem Ort zu machen, der seine Gäste mit charaktervollen Gesten begrüßt, begleitet und verabschiedet, wurde an insgesamt sechs Stellen im und am Flughafengebäude durch Kunstprojekte unterschiedlicher Gattungen und Gesten umgesetzt. REALACE begleitete sämtliche Prozesse – Analyse, Konzeption, Koordination und Betreuung von Künstlerwettbewerb sowie Umsetzung – entlang eines Leitbildes: Die Identität des Gebäudes, das auf der einen Seite dem Land- und auf der anderen seinem Luftkontext zugewandt ist, wird in den Kunstwerken thematisiert und umcodiert. Die räumliche (bauliche/organisatorische) Trennung am Flughafen wird durch die Kunst als LUFT-LAND, und somit als Verbindung zwischen Ort, Atmosphäre und Gast erzählt. Die Identität des Flughafens wird zum bleibenden Eindruck – für alle die abheben, weiterreisen, ankommen und wiederkommen. Am 02. Juni 2012 titelte der Tagesspiegel mit „Die Kunst ist fertig“. Wir freuen uns weiterhin auf die Einweihung.

 
 

Pae White – Magic Carpet Ride

37 x 27 m, Aluminiumkonstruktion, 2012. Ein fliegender Teppich, gewebt aus hauchdünnem Aluminium, überspannt die Mitte der Check-In-Halle. In ihm zeigt sich die Magie des Fliegens und des Reisens. Der Raum öffnet sich für neue Gedanken an ferne Ziele, an Aufbruch, Ankunft und Wiederkehr.

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Takehito Koganezawa – Open Sky Box

Lichtinstallation, LED-Technik, Glas, 2012. Am Ausgang der Sicherheitskontrolle wird die Grenze zwischen Landseite und Luftseite überschritten. Dieser Ort des Übergangs wird in strahlend blaues Licht getaucht. Die Installation wird durch weiße Lichteffekte zusätzlich dynamisch und erzeugt so ein Abbild des Himmels. In diesem leuchtenden Raum, beim Überschreiten der Grenze zur Luftseite, werden die durcheilenden Passagiere ein erstes Mal zum Schweben gebracht und beginnen ihre Reise.


 
 

Matt Mullican – untitled

Diverse Motive, sandgestrahlt auf Glas, 3 gerahmte Bleiverglasungen, 2012. Die beiden Glaskuben, welche die Treppenaufgänge des Bahnhofs bilden, dienen Matt Mullican als transparente Leinwand. Mit Sandstrahltechnik graviert er Zeichen, Piktogramme und Karten als Strukturen in die Glasfassaden. Jeder Kubus dient der Darstellung eines eigenen Themenkomplexes. So illustrieren die Himmelskarten und die Fliegerei-Motive des Subjekt-Pavillons den Ur-Traum des Menschen vom Fliegen und seine Sehnsucht nach Ferne. Der Objekt-Pavillon vergegenwärtigt durch Berliner und Brandenburger Symbole das Gefühl von Heimat und des Ankommens.

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STOEBO – Sternentalerhimmel

Bodeninstallation, ca. 5000 Münzen, verschiedener Herkunft und Epochen, 2 x 18 m (Durchmesser), 2012. Im Ankunftsbereich wird dem Besucher der Sternenhimmel zu Füßen gelegt. Rund 5000 Münzen aus aller Welt wurden in den Boden eingelassen und bilden an den beiden Ausgängen das Himmelszelt der nördlichen und südlichen Hemisphäre ab. Der unwillkürliche Impuls, die Münzen vom Boden aufzuheben, ist auf den zweiten Blick ein Griff nach den Sternen und in eine Schatztruhe voller Erinnerungsstücke an ferne Orte.


 
 

Olaf Nicolai – GADGET

Lichtinstallation mit 66 Kugeln, 150 cm Durchmesser / Kugel, Stahlkonstruktion, Membranbespannung, Lichttechnik, 2012.Olaf Nicolais Lichtspiel bildet eine Perlenkette um die Fluggastbrücke. Jede der 66 membranbespannten Kugeln kann dabei einzeln und auf unterschiedliche Weise beleuchtet werden. Mit ihrer Leuchtfrequenz reagieren die Kugeln dabei auf den Fluss der Fluggäste, die sich durch die phosphoreszierenden Perlen hindurch auf den Weg machen. So schmückt die Perlenkette diesen Ort der Verbindung zwischen Land und Luft, die durch das Fliegen immer wieder neu geschaffen wird.



 
 

Bjørn Melhus – Gate X

Virtuelle Parallelwelt, abrufbar über QR-Codes für Laptop, Handy, Tablet.Der Standort von Gate X ist am Flughafen nur im virtuellen Raum zu finden. Es ist eine Schnittstelle zu einer Parallelwelt innerhalb des Flughafens, die mit sogenannter „Augmented Reality“ sichtbar gemacht werden kann. Das Projekt spielt künstlerisch mit der Frage nach der Beheimatung unserer mobilen Gesellschaft im Transit. Gezeigt wird eine Art „Luftschloss“ mit geisterhaften Bewohnern – eine Familie, die dem Sicherheitsvideo einer Fluglinie entsprungen scheint und die man bei ihren Flughafen-alttäglichen Handlungen und Situationen an verschiedenen Orte begleiten kann.


Ein Kunst am BER Projekt der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH.
Bildmaterial: © REALACE