Berliner Original wird zu „New Work“-Umgebung: „101 Neukölln“

Sich aus planerischer Perspektive mit Arbeitsumfeldern auseinandersetzen, erfordert das Mit- bzw. Weiterdenken der Zeichen unserer Zeit und der Weichenstellungen für die Zukunft. Innovativ und konsequent nutzerorientiert gestaltete Bürolandschaften, die entlang organisationeller Prozesse, unternehmenskultureller Werte und der Potentiale von MitarbeiterInnen entwickelt sind, werden als besonders identitätsstiftend wahrgenommen und geschätzt. Das Projekt „101 Neukölln“ zeigt, wie durch die Transformation einer originellen Bestandsarchitektur ungewöhnliche „New Work“-Flächen jenseits normierter Zellen- und Flurabmessungen möglich werden.

Die Moderne brachte starke gesellschaftliche Veränderungen in Ökonomie wie Politik, in sozialen, kulturellen, kommunikativen Realitäten mit sich. Wertvorstellungen, Lebenswelten und Arbeitskontexte haben neue Formen und Dimensionen angenommen. Technische und digitale Innovationen sowie zukunftsfähige Visionen und Lösungen in den Bereichen Mobilität, Datentransfer, Produktion und Logistik im 21. Jahrhundert sind allgegenwärtige Themen im öffentlichen Diskurs wie in strategischen Entscheidungen von Organisationen. Neue Generationen von ArbeitnehmerInnen, die sich als aktive Mitgestalter begreifen, wünschen sich ein Umfeld, das sie als authentisch und abwechslungsreich erleben, und innerhalb dessen sie ihre eigene Tätigkeit als sinnstiftend empfinden. Der Beruf als Berufung, der Arbeitsplatz als subjektiver Möglichkeitsraum.

Ungewöhnliche Arbeitslandschaften wirken nach innen und strahlen nach außen

Mit der eigenen Arbeit Besonderes zu leisten und dabei in inspirierender Umgebung mit den entscheidenden (räumlichen) Tools und Möglichkeiten perfekt ausgestattet zu sein, gehört für immer mehr Menschen zur Erwartungshaltung. Das Potential für Unternehmen, die den Bedarfen und Bedürfnissen ihrer Angestellten mit einer modernen Arbeitsumgebung begegnen, ist enorm: Zahlreiche Studien belegen inzwischen die höchst motivations-, kreativitäts-, produktivitäts- und innovationsfördernde Wirkung.

Erstens wettbewerbsfähig zu bleiben, und zweitens die richtigen MitarbeiterInnen, Mitstreiter und Talente anzusprechen, ist für Arbeitgeber heute eine Frage des Inhalts wie auch der Form.

In diesem Zusammenhang erlaubt die Revitalisierung ungewöhnlicher Bestandsarchitekturen völlig neue Perspektiven: Durch eine nutzerorientierte „Umprogrammierung“ können ursprüngliche Nutzungen erkennbar bleiben und dabei ganz und gar unverwechselbare und zeitgemäße Nutzungs- und Arbeitskontexte gestaltet werden, deren eigenständige Charakteristik in einem Neubau niemals plan- oder umsetzbar wäre. Das Kaufhausgebäude in der Karl-Marx-Straße 101 ist beispielhaft für eine solche Entwicklung – hier entsteht nun eine „New Work“-Umgebung, die die Herkunft des Gebäudes zitiert, die Transformation seiner Umgebung bezeugt und die nächste Evolutionsstufe markiert.

Original des Bezirks wird Vorreiter im Bereich „New Work“

Viele großzügige Kauf- und Parkhäuser, die vor 20 Jahren noch populäre Anziehungspunkte in den Innenstädten waren, wirken heute wie überholte Relikte und sind, trotz bester Lage, gänzlich verwaist. Möglicherweise noch verbliebene, dann jedoch meist eher prunklose Nutzungen werfen nicht selten einen Schatten auf die ganze Umgebung. Dagegen stellt das Revitalisierungskonzept für die 101 Neukölln einen radikalen Neuanfang als Gegenentwurf dar. Statt das wie aus der Zeit gefallen wirkende Kaufhaus in der Karl-Marx-Straße 101 abzureißen, wird es transformiert. Um den Gebäuden eine zeitgemäße Nutzung (Büro/Gewerbe) zuzuführen ohne dabei den Charakter des ehemaligen Kaufhauses mit Hochgarage zu verlieren, geht die S IMMO Germany als Entwicklerin hier entsprechend behutsam vor, in enger Zusammenarbeit mit ihren Architekten (REALACE und Hillig Architekten).

Mit „101 Neukölln“ wird die ursprüngliche Funktion des Gebäudes neu codiert und das innerhalb seines Kontextes fest verankerte Original (Kaufhaus + Garage mit Fahrspindel)für zeitgemäße Nutzungen erschlossen: So entsteht eine ungewöhnliche Arbeitslandschaft für Kreative und Kreateure, so wird eine „schwierige“ Immobilie zum Ausgangspunkt für neue Arbeitsformen, so wird eine ehemalige Anlaufstelle im Bezirk zum Tummelplatz für Ortskundige und -interessierte. Das Kaufhaus wird neu konnotiert als Marktplatz der Möglichkeiten, die Garage wird zum außergewöhnlichen Setting für „New Work“, die ehemalige Fahrspindel wird Ruhepol.

www.101neukoelln.de ist online!

Eine von REALACE konzipierte und umgesetzte Website gewährt seit Anfang 2018 erste Einblicke zum Revitalisierungsvorhaben 101 Neukölln: Auf www.101neukoelln.de können Sie sich jederzeit und fortlaufend über die Entwicklung und ihren aktuellen Stand informieren sowie durch redaktionell aufbereitete Beiträge stöbern – mit Impressionen zum Projekt, zu künftigen Nutzungsmöglichkeiten und zum nachbarschaftlichen Treiben, von dem „die 101“ natürlich Tag und Nacht umgeben ist und bleibt.